Vorbereitung ist alles

21. August 2017

Unsere täglichen Aufgaben drehen sich oft um die Zuarbeit für Journalisten und Medienvertreter. Wir schreiben Medienmitteilungen, erstellen Newsletter und sorgen für einen reibungslosen Ablauf am Rennwochenende. Doch wie wird aus einem Interview eigentlich ein redaktioneller Beitrag?  

Der Automobilclub der Schweiz (ACS) beauftragte uns, mit DTM-Pilot Nico Müller ein Interview zu führen. Das Ziel: Ein Portrait über den sympathischen Motorsportler aus Bern für die nächste Ausgabe des hauseigenen Club-Magazins.

Ein Interview zu führen bedeutet aber nicht, munter loszureden und Fragen zu stellen, die einem gerade in den Kopf kommen. Es bedarf Vorbereitungszeit und der Analyse, wie die Fragen strukturiert sein sollten und welche Themen den Leser interessieren. Zudem sollte man sich im Vorfeld über den Gesprächspartner, seine Hobbys und seine Arbeit informieren.

Nach etwas Vorbereitungszeit hatte ich mir ein kleines Konzept und somit auch einen groben Fahrplan für das Gespräch zurechtgelegt. Aber ein Interview ist ein dynamischer Dialog, in dem vieles passieren und das Gespräch schnell in eine andere Richtung tendieren kann. Der Grossteil meiner Fragen drehte sich um Nico Müllers Aktivitäten neben der Strecke. Viele Leser wissen, dass der Berner in der DTM für Audi an den Start geht. Doch wie sieht es abseits der Strecke aus?

Den Text über Nico Müllers zweite Leidenschaft finden Sie in der Juli-Ausgabe des ACS-Clubmagazins.

Mit dieser Kernfrage im Hinterkopf starteten wir ins Interview. Nach einem kurzen Small-Talk kamen wir schnell auf das Velofahren zu sprechen. Der Sport auf zwei Rädern liegt dem Berner sehr am Herzen. Ich wandelte meine vorbereiteten Fragen ab und ging stärker auf seine zweite Leidenschaft ein. Nach einer knappen halben Stunde beendeten wir das Interview und ich startete mit der Texterstellung.

Ein hilfreiches Werkzeug bei jedem Interview ist das Smartphone. Dank der Audio-Recorder-App lässt sich das Gespräch aufzeichnen und im Nachgang beliebig oft durchgehen. So gehen keine Details verloren, die dem Magazin-Text den gewissen Feinschliff geben werden. Wenige Tage nach dem Interview am Lausitzring finalisierten wir in der Agentur den entstandenen Text und trafen eine Fotoauswahl. Gerade für Print-Publikationen ist die richtige Kombination aus Text- und Bildmaterial von hoher Bedeutung.

Ein Interview zu führen, wirft im ersten Moment viele Fragen auf und ist immer eine besondere Herausforderung, sowohl für den Interviewer als auch für den Gesprächspartner. Doch wenn man sich intensiv darauf vorbereitet, rechts und links der eigentlichen Thematik denkt und spontan reagieren kann, entwickelt sich schnell ein spannendes Gespräch. Oft ist es der ungewisse Ausgang, der einen positiv überrascht und dem Leser interessante Einblicke bietet.

 

Geschrieben von Tobias Krause

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